BookTalkWalks – Gedankengänge
Mit jüdischen Denker*innen der Vergangenheit die Zukunft denken #1: Walter Benjamin
Der Leipziger Philosophieprofessor Dr. Thomas Kater macht mit Walter Benjamins Reflexionen Über den Begriff der Geschichte den Auftakt zu den Gedankengängen anlässlich des Themenjahres „Tacheles – Jüdisch. Sächsisch. Mentshlich.“ Dr. Rainer Totzke moderiert.
Im Winter 1939/40 entwirft Walter Benjamin, kaum entlassen aus französischer Internierung, seinen letzten Text: Achtzehn Sätze Über den Begriff der Geschichte. Im spanischen Grenzort Port Bou wählt er in der Nacht vom 25. auf den 26. September 1940 den Tod durch Gift, verloren die Hoffnung, die Grenze sicher vor den Deutschen überschritten zu haben. In der Gedenkstätte in Port Bou sind Worte von ihm eingraviert: „Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten. Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.“ Geschichte will Benjamin nicht als Geschichte des Fortschritts geschrieben haben, die bloß eine Geschichte der Sieger sei, sondern als Geschichte der namenlosen Opfer des Fortschrittsglaubens in der Geschichte.
Start: Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig
Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich